Zweite Szene

Auf Bergeshöhen schläft der Oberste der Götter, Wotan. Seine Gemahlin Fricka weckt ihn auf: Sie hat bemerkt, daß auf der Höhe eines Berges die stolze Burg zur Vollendung gebracht wurde, die Wotan als neues Heim für die Götter in Auftrag gegeben hat. Während Wotan halb schlaftrunken den „hehren herrlichen Bau“ begrüßt, ist Fricka besorgt: Wotan hat den Erbauern der Burg, den Riesen Fasolt und Fafner, Frickas Schwester Freia, die Göttin der ewigen Jugend, zum Lohn versprochen, und Fricka fürchtet nun, das die Riesen ihren Lohn einfordern. Wotan hingegen verläßt sich ganz auf den Halbgott Loge, der für das Feuer steht, und der Wotan beim Vertragsschluß mit den Riesen beraten hat. Loge hat ihm versprochen, Freia aus dem Vertrag zu lösen, und Wotan verläßt sich auf dieses Wort, auch wenn Fricka auf die Unzuverlässigkeit Loges hinweist.
Voll Angst vor den Riesen, die sie in der Ferne nahen sieht, sucht Freia bei Wotan Schutz, und auch die Götter Donner und Froh eilen herbei, um Freia zu schützen. Die Riesen Fasolt und Fafner betreten die Szene und fordern als Lohn für ihre Arbeit die Göttin Freia. Wotan hofft darauf, daß Loge rechtzeitig erscheint und behauptet, Freia sei den Riesen nur zum Scherz versprochen worden. Sie könnten verlangen, was sie wollten, allein Freia gebe er nicht her. Während Fasolt sich augenscheinlich in die Göttin verliebt hat und sie wegen ihres Reizes an sich reißen will, weiß sein Bruder Fafner, daß die Götter aus den goldenen Äpfeln der Freia ihre Jugend beziehen und ist sich deshalb klar, was es heißt, den Göttern Freia zu entreißen. Froh und Donner versuchen die Riesen mit Gewalt davon abzuhalten, Freia zu entführen, doch Wotan fährt dazwischen und offenbart, daß er an die Verträge gebunden ist, die in seines Speeres Schaft eingekeilt worden sind. Es wird klar, daß Wotans gesamtes Machtgefüge auf Verträgen basiert, was Fasolt in die Worte faßt: „Was du bist, bist Du nur durch Verträge: bedungen ist, wohl bedacht, deine Macht!“
Gerade rechtzeitig ehe die Szene eskaliert, erscheint nun doch Loge, der aber zunächst auf Wotans Drängen, Freia zu lösen, überhaupt nicht eingeht, sondern berichtet, was er auf seiner Suche, Ersatz für Freia zu finden, alles gesehen hat. Letztlich jedoch habe er keinen Ersatz für „Weibes Wonne und Wert“ gefunden. Er habe nur einen gesehen, der der Liebe abgesagt habe: Der Nibelung Alberich, der sich aus dem geraubten Rheingold einen Ring geschmiedet hat und ihn nun benutzt, um die Nibelungen zu knechten und einen riesigen Hort anzuhäufen. Den Rheintöchtern hat Loge versprochen, Wotan von dem Raub zu berichten und ihn in ihrem Namen um Hilfe zu bitten.
Doch Loges Erzählung verfehlt ihre eigentliche Absicht nicht: Schlagartig werden den beiden Riesen, Wotan und Fricka die wirklichen Machtverhältnisse klar: Fasolt und Fafner fürchten um einen neuen Angriff des Nibelungen, mit dem sie in alter Feindschaft stehen, Fricka besinnt sich auf die Macht des Ringes, mit dem sie ihren umtriebigen Gatten zur Gattentreue zwingen möchte, und Wotan ist klar, daß nur der Ring ihm Macht über alles geben, kann, ohne daß er an das lästige Netzwerk aus Verträgen gebunden ist. Loge rät Wotan, den Ring durch Raub zu erlangen.
Die beiden Riesen entschließen sich, an Freias Statt den Hort des Nibelungen als Lohn für das von ihnen vollendete Bauwerk anzunehmen, doch bis der Hort in ihre Hände gelangt ist, wollen sie Freia entführen. Nachdem sie mit Freia verschwunden sind, setzt bei den Göttern schnell ein Alterungsprozeß ein, der sie schwach und gebrechlich macht: Sie haben an diesem Tag noch nicht von Freias Äpfeln, die ihre Jugend erhalten, gegessen. Schnell befiehlt Wotan Loge, ihn nach Nibelheim zu führen, weigert sich aber, den Weg durch den Rhein zu beschreiten. Durch die Schwefelkluft machen sich Loge und Wotan auf den Weg und lassen die anderen Götter z
urück.

Das Bild zur 2. Szene zeigt die Handlung vom Aufwachen Frickas und Wotans bis zum Abgang der Riesen mit der geraubten Freia.

Im Zentrum liegen Fricka und Wotan. Dahinter steht die Burg auf dem Felsen. Links und rechts unten davon: Der Rhein.

Rechts: Fricka und ihr gegenüber Wotan (nur der Kopf von hinten). Sie stehen sich gegenüber – Fricka sieht Wotans Vertrag mit den Riesen kritisch. Ihre (Fricka/Wotan) beiden Köpfe sind zur unteren Hälfte durch einen Apfel schimmernd zu sehen (rechts unten im Bild ist ein zweiter Apfel klar erkennbar). In dem unteren Bereich, in dem  ihre Köpfe durch den Apfel erscheinen haben sie ihre gesunde Farbe. Die Oper beschreibt, wie mit der Entführung Freias die Jugend, die sie durch ihre Äpfel gegeben hat, von den Göttern geht. Dies zeigt der obere, blasse Teil der Köpfe.

Im oberen Bildbereich sieht man den Riesen, der Freia über seinem Rücken hängend wegträgt. Er hält in der rechten Hand seine Stange -> sie trennt im Bild scheinbar die Gesichter von Wotan und Fricka -> und endet auf dem unteren Apfel.

Der Ring ist (noch nicht vollständig) im Bild zu sehen. Fricka und Wotan sind im Bild zwischen ihm und der Burg angeordnet. Dies sind zentrale, antreibende Elemente für den weiteren Fortgang der Handlung.